Bilanz und Ausblick

Die Wählerinnen und Wähler haben sich bei der Wahl im Jahr 2015 mit großer Mehrheit für einen Neustart in der Oerlinghauser Kommunalpolitik ausgesprochen.

Das zuvor durch juristische Auseinandersetzungen und Misstrauen geprägte politische Klima wich einem gemeinschaftlichen Ansatz, der eine sachliche Auseinandersetzung und pragmatische Stadtentwicklung ermöglicht hat.

Unter der Überschrift „Gemeinsam für Oerlinghausen“ habe ich damals ein Ende der Streitereien, die Normalisierung des Verhältnisses zwischen Stadt und Stadtwerken und eine der Zukunft zugewandte Politik mit inhaltlichen Schwerpunkten in den Bereichen Familie, Bildung, Stadtentwicklung, Tourismus, demografischer Wandel und Wirtschaft versprochen.

Die Klagen gegen den Stadtrat und die Stadtwerke wurden umgehend zurückgezogen, die Streitanlässe durch Gespräche gelöst, das Verhältnis zu den Stadtwerken normalisiert.

Gesagt, getan.

Bilanz seit 2015 und künftige Schwerpunkte 

Viele Projekte wurden in den vergangenen fünf Jahren umgesetzt, andere stehen in den kommenden fünf Jahren vor der Umsetzung oder der Fertigstellung. Neue Projekte, die bereits im Ansatz erkennbar sind oder sich aus neuen Handlungsbedarfen ergeben, werden folgen.

Sport, Bildung & Betreuung

Betreuungsangebote

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist auch künftig von großer Bedeutung. Was das Wegbrechen von Betreuungsstrukturen bedeutet, konnten wir während der Corona-Pandemie erleben. 

Eine gute Betreuungsinfrastruktur sowie gute Bildungseinrichtungen sind auch für die Qualität des Wirtschaftsstandortes bedeutsam. Qualifizierte Fachkräfte sind gefragt. Bei der Auswahl eines Arbeitsplatzes spielen zunehmend auch die „weichen Faktoren“ am Standort des Unternehmens eine entscheidende Rolle. 

Gemeinsam mit dem Kreis Lippe wurden die frühkindlichen Betreuungsangebote in den vergangenen fünf Jahren deutlich ausgebaut. 2016 haben wir gemeinsam mit dem Kreis gehandelt und zusätzlich eine Kita der AWO mit zwei Gruppen zunächst als Provisorium in unserem städtischen Gebäude an der Hermannstraße gebildet. Auch andere Träger konnten Kapazitäten aufstocken. 

Eine besondere Errungenschaft ist die Betriebskita der Firma Gundlach, die im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit dem Kreis Lippe errichtet werden konnte. Dies stärkt den Wirtschaftsstandort Oerlinghausen, denn die Einrichtung steht allen Unternehmen am Standort und den Bürgerinnen und Bürgern offen. 

Schulen / OGS

Oerlinghausen ist bei jungen Familien beliebt. Daher wird das Betreuungsangebot weiter ausgebaut. In der Betriebskita wird eine zweite Gruppe gebildet und ab 2021 wird das Provisorium der AWO mit drei Gruppen als feste Einrichtung fortgeführt und in das neue Gesundheitszentrum umziehen. 

Auch für die Oerlinghauser Schulen konnte viel erreicht werden, wenngleich die Entscheidungsfindung für den Standort der neuen Grundschule zu langen und kontroversen Diskussionen geführt hat.

Viel zu lange war die Entwicklung im Grundschulverbund Lipperreihe-Südstadt unklar, obwohl der Handlungsbedarf allen bewusst war. Der gefundene Oerlinghauser Schulkompromiss trägt nun den Belangen beider Stadtteile Rechnung. 

Im nächsten Jahr wird eine moderne und technisch vorbildlich ausgestattete Grundschule in der Südstadt in Betrieb gehen. Angesichts der aktuellen Schülerzahlen war es vorausschauend, diese Schule bereits im ersten Bauabschnitt dreizügig zu planen.

Für Lipperreihe bleibt ein Teilstandort mit einer Klasse je Jahrgang erhalten. Durch das entwickelte Nutzungskonzept wird der frei werdende Teil des Schulkomplexes durch eine Musikschule mit Leben gefüllt. Die derzeitige OGS wird zum Begegnungsort der Bürger für soziale, kulturelle und sonstige gesellschaftliche Angebote. Das wird dem Leben im Stadtteil neue Impulse geben.

Für die Grundschule in Helpup wurden wichtige Weichenstellungen getroffen. Die erfreulich hohe Nachfrage nach einem OGS-Betreuungsplatz hat zu  Raumproblemen geführt, die nur dank einer Kraftanstrengung aller Akteure zunächst provisorisch behoben werden konnten. Auch das Verwaltungsgebäude platzt aus allen Nähten und die räumliche Situation für die Lehrkräfte ist zu verbessern. Daher haben wir die Chance ergriffen und eine angrenzende Immobilie erworben. In dem Gebäude werden künftig die Schulverwaltung und das Lehrerzimmer untergebracht. Das derzeitige Verwaltungsgebäude wird zur Mensa für die OGS. Damit wird die Raumproblematik der Schule auch im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen gelöst. 

Ich begrüße die Ankündigung der Bundesregierung, künftig auch einen Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz einzuführen. Wir haben uns in unseren Planungen bereits darauf vorbereitet. Die neue Grundschule in Oerlinghausen-Süd  ist entsprechend konzipiert; auch in Helpup haben wir bereits Vorsorge getroffen. 

Digitale Ausstattung

Den Sanierungsstau an der Heinz-Sielmann-Schule und dem Niklas-Luhmann-Gymnasium lösen wir Schritt für Schritt auf. Große Investitionen sind vorgesehen. Sie werden den Haushalt der Stadt Oerlinghausen belasten – aber die derzeit gute Situation am Kapitalmarkt macht es möglich, die seit langer Zeit überfälligen Investitionen in die Bildungsinfrastruktur vorzunehmen und damit die Schulen für zukünftige Entwicklungen fit zu machen. 

Zur Digitalisierung der Schulen haben wir im letzten Jahr gemeinsam mit den Schulen und dem Kommunalen Rechenzentrum einen ambitionierten Medienentwicklungsplan für die Jahre 2020 bis 2024 erarbeitet und beschlossen. Über 1,8 Millionen Euro werden in diesem Zeitraum in eine neue IT-Infrastruktur und die technische Geräteausstattung investiert. 

Die Corona-Krise hat jedoch gezeigt, dass die Digitalisierung der Schulwelt beschleunigt werden muss. Was vor der Krise als ambitioniert galt, ist nach der Krise zu wenig. Daher setze ich mich für eine Überarbeitung der Medienentwicklungsplanung ein. Ziel ist es, die Digitalisierung an den Schulen schneller als geplant zu erreichen. Dies aber in einer konzeptionell mit den Schulen abgestimmten     und durch das Kommunale Rechenzentrum gestützten Planung. Schnellschüsse, wie etwa die Forderung, jedes Kind bekommt schnellst möglich ein mobiles Endgerät, sind keine Lösung.

Denn zuerst müssen Lehrerrinnen und Lehrer durch das Land fortgebildet werden, Lehrpläne und Arbeitsmaterialien sind auf die digitale Schulwelt umzustellen. 

Um nicht die Eltern zu vergessen! Einige von Ihnen haben durch den Beruf kein Problem, sich in der digitalen Welt spielend zurecht zu finden. Doch für die Mehrheit der Eltern gilt das nicht. Daher benötigen wir auch für die Eltern Unterstützungs-, Beratungs- und Fortbildungsangebote durch das Land.

Spielplätze

Als familienfreundliche Stadt haben wir ein modernes Spielplatzkonzept erstellt. Nach und nach entsteht in jedem Stadtteil ein attraktiver, großer Spielplatz. Auf den anderen Spielplätzen werden veraltete Spielgeräte ausgetauscht. Dank der finanziellen Unterstützung des Oerlinghauser Kinderfonds konnte im vergangenen Jahr der neue Innenstadtspielplatz an der Heinz-Sielmann-Schule sogar größer als geplant umgesetzt werden. Die Spielplatzplanungen an der Grundschule in Lipperreihe und an der Stettiner Straße in Mackenbruch konnten früher als geplant umgesetzt werden. 

Ein neuer Stadtteilspielplatz für Helpup ist im Zuge des angedachten neuen Baugebietes geplant. Ein neuer Spielplatz für die Südstadt entsteht 2021 im Bereich der neuen Grundschule mit Stadtteilzentrum und trägt so der Stadtteilentwicklung Rechnung.

Wie in kaum einer anderen Stadt sind die Bürgerinnen und Bürger in Oerlinghausen dem Sport und den Sportvereinen verbunden und nutzen entsprechend die städtischen Sporteinrichtungen. Auch hier gibt es aufgrund des Alters vieler Sportstätten einen Sanierungsstau. 

Eine meiner ersten Maßnahmen als Bürgermeister war es, die langen Diskussionen über die Alternative zur Kopphofhalle in Helpup einer Entscheidung zuzuführen. Die gefundene Lösung, am Standort der Grundschule eine zusätzliche Halleneinheit zu errichten, hat mittlerweile auch Kritiker überzeugt. Seit letztem Jahr können unsere Sportlerinnen und Sportler die schöne, moderne Halle nutzen. 

In die Dreifachhalle am Schulzentrum wurde und wird in großem Stil investiert: in den letzten und den kommenden Jahren rund zwei Millionen Euro. Seit zwei Jahren  arbeiten wir daran, die Halle der ehemaligen Fröbelschule auf einen zeitgemäßen Zustand zu bringen. Die Sporthalle an der Heinz-Sielmann-Schule bedarf nicht nur aus energetischen Gründen einer Sanierung oder – soweit sich dies als wirtschaftlicher herausstellt – eines vollständigen Ersatzes. Vieles spricht derzeit für einen Neubau als wirtschaftlichste Lösung. Die Planung ist in Vorbereitung und die Entscheidung muss im kommenden Jahr fallen. 

Dank einer bislang einmaligen Zusammenarbeit mit dem TUS Lipperreihe, konnte die Erneuerung des Kunstrasenplatzes um zwei Jahre vorgezogen werden, wodurch dieser Platz rechtzeitig zum Vereinsjubiläum im letzten Jahr fertig wurde. Hierzu haben wir den Platz dem TUS Lipperreihe übertragen und einen Zuschuss von 100.000 Euro gewährt. Der Vereinsanteil konnte aus Eigenmitteln, durch ehrenamtliche Aktivitäten und durch eine Vielzahl von Spenden erbracht werden. Eine tolle Gemeinschaftsleistung!

Auch mit der TUS Helpup arbeiten wir gemeinschaftlich seit mehr als 2 Jahren daran, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass auch dort ein moderner Kunstrasenplatz entstehen kann. Hierzu haben wir als Stadt das Eigentum am bisherigen Sportplatz erworben, um so auch langfristig Investitionen aus dem Verein abzusichern.

Besondere Bedeutung besitzen die Oerlinghauser Bäder. Das Versprechen, ganzjähriges Schwimmen in Oerlinghausen anzubieten, konnte mit der Wiedereröffnung des Hallenbades im Jahr 2016 nach längerer Schließung eingehalten werden. Insbesondere für unsere Familien, die Schulen und unsere schwimmsporttreibenden Vereine ist dies von Bedeutung. 

Ich habe bereits vor der Wahl 2015 betont, welchen Stellenwert das Oerlinghauser Freibad für unsere Stadt besitzt. Dieses Freibad ist mehr als die „Badeanstalt“. Es ist ein generationenübergreifender Treffpunkt, ein Ort der Integration, ein Ort der Kinder-, der Jugend- und Seniorenarbeit, ein Ort für die Ausbildung von Lebensrettern, der Vermittlung von Schwimmkompetenz und Treffpunkt für unsere Kinder. Auch für unsere Stadt als touristisches Ziel ist die Attraktivität des Freibades zu erhalten.

Gemeinsam mit den Stadtwerken arbeite ich seit meiner Wahl an einer Zukunftslösung. In vielen Gesprächen und Sitzungen wurden bauliche Fragen, Fördermöglichkeiten, Finanzierungsmodelle sowie alternative Betreiberformen diskutiert.

Klar ist: Ein vollständiger Freibadneubau ist nicht finanzierbar. Kurzfristig kommt es daher darauf an, die veraltete Technik und das veraltete Becken auszutauschen sowie daran anschließend die bauliche Situation zu verbessern. Die Finanzierung wird jedoch nur gelingen, wenn auf ein bestehendes Förderprogramm zurückgegriffen werden kann. 

Im Juni 2020 habe ich dem Rat vorgeschlagen, das Freibad in das Städtebauliche Entwicklungskonzept für die Südstadt einzubeziehen und bis zum 30.09.2020 eine Förderung aus Städtebaumitteln zu beantragen. Ziel ist es, bei einem positiven Förderbescheid, das Bad spätestens 2022 zu erneuern.

Stadtentwicklung & Digitalisierung

In allen Ortsteilen wurden Stadtentwicklungsprozesse angestoßen. Dabei ist jeder Veränderungsprozess auch mit Sorgen oder Ängsten vor der Veränderung verbunden. Manche Prozesse benötigen daher etwas mehr Zeit, bis ein mehrheitlich tragfähiger Weg gefunden wird. Letztlich ist jedoch das Endergebnis entscheidend.

Lipperreihe:
Der Grundschulbetrieb am Teilstandort Lipperreihe wird ab 2021 mit einer Klasse pro Jahrgang fortgeführt. In Kombination mit dem Angebot einer privaten Musikschule konnten wir nicht nur diese Musikschule in Oerlinghausen halten, sondern für den Stadtteil eine Bereicherung erzielen. So wird sich die Musikschule nicht nur um den Musikschulbetrieb, sondern auch um weitere kulturelle Angebote und die Organisation des geplanten Bürgertreffs kümmern. Gemeinsam mit dem Förderverein soll das Bürgerzentrum mit Leben gefüllt werden. Bürgerinnen und Bürger haben vor Ort die Möglichkeit, Räumlichkeiten für Vereinszwecke oder private Feierlichkeiten zu nutzen. Ergänzt werden soll das Angebot durch eine Senioren-Wohnanlage mit Servicewohnen sowie mit einem öffentlichen Café. Damit wird dem Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger in Lipperreihe Rechnung getragen, vor Ort barrierefrei und seniorengerecht alt werden zu können.

Südstadt:
Mit dem Klimaquartier in der Südstadt wurde eine wichtige integrierte städtebauliche Entwicklungsmaßnahme beschlossen. Da viele Gebäude vor mehr als einem halben Jahrhundert errichtet wurden, werden zusätzliche Anreize zu einer energetischen Sanierung oder einer Fassadenumgestaltung geschaffen. Auch die Aufwertung des öffentlichen Raumes wird gefördert. Drei neue Kinderspielplätze entstehen, die Erneuerung bestehender Wegeverbindungen und die Gestaltung einer neuen Mitte am Heinrich-Drake-Platz sind ebenfalls Teil der Planung. Im Zentrum aber steht die neue Grundschule mit dem integrierten Stadtteilzentrum, welches vom Land mit 2,4 Millionen Euro gefördert wurde. So haben Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine und Organisationen künftig die Möglichkeit, diese Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Vereinsangebote zu nutzen. Unterstützend wird ein speziell auf den Stadtteil zugeschnittenes Integrationsmanagement installiert. 

Im Mittelpunkt des Klimaquartiergedankens stand auch die Sanierung der Conle-Siedlung, die städtebaulich weiterhin höchste Priorität haben muss. Ich halte am Ziel der Sanierung bzw. der Überplanung der Siedlung auch in Zukunft fest. Das bedeutet auch, dass die Stadt sich bei einer erneut bietenden Chance ggf. auch selbst das Eigentum sichern muss, um das Planungsziel umsetzen zu können. Bislang sind leider alle Bemühungen am Eigentümer gescheitert.

Helpup:
In Helpup haben wir mit der Planung des größten Stadtentwicklungsprojektes in Oerlinghausen seit Jahren begonnen. Auf über 15 Hektar sollen unterschiedliche Wohnformen vom Einfamilienhaus bis zur Mietwohnung geschaffen werden. Mir ist es wichtig, dabei auch darauf zu achten, dass auch bezahlbare Wohnangebote für Einkommensschwächere, für Normalverdiener und junge Familien geschaffen werden. 

Des Weiteren sollen sich die Berücksichtigung moderner ökologische Standards insbesondere zum Klimaschutz nicht nur auf die Klimaschutzsiedlung beziehen, sondern grundsätzliche Beachtung finden. Ein neuer großer Stadtteilspielplatz sowie die Option auf eine zusätzliche Kita sind in den Planungen berücksichtigt. So können wir unser Ziel erreichen jungen Familien in Oerlinghausen eine Zukunft bieten und insbesondere auch für den Einzelhandel in Helpup stärken und in ganz Oerlinghausen Kaufkraft zu binden. 

Oerlinghausen Kernstadt:
Der Einzelhandel hat in der „Guten Stube“ – in der Oerlinghauser Altstadt – wie in vielen Innenstädten vergleichbarer Kommunen einen schweren Stand. Der Internethandel hinterlässt seine Spuren. Die Erfahrung lehrt uns, dass nur Klasse im Wettbewerb bestehen kann. Der Einzelhandel in der Innenstadt konzentriert sich künftig auf die Flächen rund um den Rathausplatz bis zum Amtsgarten. Die historisch gewachsene, langgezogene Einkaufsstraße ist nicht mehr zukunftsfähig. Dies bestätigen auch die Studien im Rahmen des beschlossenen städtebaulichen Entwicklungskonzeptes, das wir für die Innenstadt beschlossen haben. Wir stehen derzeit kurz vor der Beendigung der Konzeptphase. Konkrete Maßnahmen werden nunmehr Schritt für Schritt umgesetzt. 

Die Aufwertung des Rathausplatzes mit dem Highlight der Wasserspiele ist abgeschlossen – die in der wundervollen Arbeit des Oerlinghauser Bildhauers Bruno Buschmann ausgeführt wurden. Im nächsten Schritt geht es darum, den Rathausplatz nachhaltig mit Leben zu füllen. Der Wunsch nach einer Gastronomie am Rathausplatz hat dabei höchste Priorität. Im Rahmen des erstellten Nutzungskonzeptes könnte durch eine Hinterbebauung oder durch die Nutzung städtischer Gebäude Raum für Gastronomie und Einzelhandel entstehen. Bis dieses Ziel erreicht ist, sind kleinteilige Veranstaltungen, ein Abendmarkt sowie eine mobile Gastronomie in Planung.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Gestaltung des Schulumfeldes unserer weiterführenden Schulen unter dem Begriff „Bildungscampus“. Dazu ist der herrliche, große Innenstadtspielplatz neben der Heinz-Sielmann-Schule die erste umgesetzte Maßnahme. Das Konzept sieht weitere Verbesserungen im Umfeld der Schulen, die auch für die Öffentlichkeit nutzbar werden, vor.

Mit besonderer Priorität soll eine Mobilitätsstation möglichst in unmittelbarer Nähe des zentralen Busbahnhofs am Marktplatz entstehen. Moderne Mobilitätsformen sollen dort mit dem ÖPNV zusammengeführt werden.

Viele Verwaltungsvorgänge sind für die Bürgerinnen und Bürger nach wie vor unübersichtlich und mit einem hohen Papieraufwand verbunden. Ich möchte die Digitalisierung der Verwaltung vorantreiben und zu bürgerfreundlichen Lösungen kommen.

Daher habe ich eine Stelle zur Erstellung und Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie eingerichtet, um so zielgerichtet möglichst viele Behördenabläufe digital und anwendungsfreundlich auszugestalten. 

Grundlage der kommunalen Planung ist der Regionalplan, der jeweils für einen Zeitraum von 15 Jahren vom Regionalrat die Planungsgrundlage für die Städte und Gemeinden bildet. Ursprünglich sollte der neue Regionalplan 2020 in Kraft treten. Aufgrund des Regierungswechsels in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2017 ist es zu einer zweijährigen Verzögerung gekommen, da Planungsziele angepasst wurden. Damit wird ein neuer Regionalplan erst ab 2022 vorliegen und wir können unsere Entwicklungsplanung daran ausrichten. 

Selbstverständlich haben wir uns bereits in den Planungsgesprächen mit unseren Entwicklungszielen eingebracht. In Abwägung der Belange des Natur- Umwelt- und Klimaschutzes, des Gewässerschutzes und der wirtschaftlichen und städtebaulichen Entwicklung der Stadt gilt es, einen Konsens zur Flächenentwicklung zu finden. 

Wir wollen perspektivisch weniger Flächen als ursprünglich geplant versiegeln, dafür aber nicht länger an unrealisierbaren Flächen festhalten, sondern den Weg frei machen, um mittelfristig realisierbare Planungen zu ermöglichen. 

Im Bereich des Wohnungsbaus ist die geplante städtebauliche Entwicklungsmaßnahme in Helpup das seit Jahren anspruchsvollste Projekt. In den anderen Stadtteilen ist es aufgrund verschiedenster Einschränkungen nur noch bedingt möglich, neben der vorgenommenen Lückenbebauung geringfügige Arrondierungen in den Randbereichen zu ermöglichen, soweit dies im Einklang mit den bestehenden Vorgaben zum Natur-, Umwelt- und Klimaschutz gelingt. 

Im Fokus der gewerblichen Entwicklungsplanung steht das Ziel, zunächst heimischen Unternehmen und Handwerkern benötigte Erweiterungsflächen zur Verfügung zu stellen und Arbeitsplätze vor Ort zu sichern, darüber hinaus aber auch neue Arbeitsplätze in Oerlinghausen zu schaffen. Hierzu warten wir auf die Entwurfsplanung des Regionalrates, welche im Herbst vorliegen soll. 

Den eingeschlagenen Weg, insbesondere in den Schulen den Sanierungsstau aufzulösen, verfolge ich konsequent weiter. Schwerpunkte in den nächsten Jahren sind die Fertigstellung der neuen Grundschule, die Umnutzung in der Grundschule Lipperreihe, der Erweiterungsumbau an der Grundschule Helpup sowie eine Vielzahl von Erneuerungsmaßnahmen im Niklas-Luhmann-Gymnasium.

Besonderer Sanierungsbedarf besteht an der Heinz-Sielmann-Schule: optisch, energetisch und baulich. Mängel am Hauptgebäude sollen in den nächsten zwei Jahren beseitigt werden.  Eine weiter gehende Planung, die Sporthalle und Lehrküche betreffend, wird im nächsten Jahr fertiggestellt werden.

Auch das Rathaus ist sanierungsbedürftig. Barrierefreiheit, Raumbedarfe und Energieeffizienz stehen dabei im Fokus. Die Schaffung zusätzlicher Räumlichkeiten für den Einzelhandel oder eine Gastronomie für den Rathausplatz sind vorgesehen.

Natur, Umwelt– & Klimaschutz

Die Bedeutung des Tourismus als Wirtschaftsfaktor für Oerlinghausen habe ich 2015 besonders hervorgehoben. Seitdem wurden konsequent Netzwerke gebildet und gemeinsam mit unterschiedlichsten Partnern die Themen Stadtmarketing, Naturerlebnis und Tourismus vorangetrieben. 

Die Gründung des Vereins „Oerlinghausen Marketing e.V.“ war mir ein besonderes Anliegen, um personelle und finanzielle Impulse geben zu können. Viele engagierte Bürger aus unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen konnten im Marketingverein zusammengeführt werden. In ehrenamtlicher Arbeit wurde viel erreicht, auch das finanzielle Engagement hat Früchte getragen. Die OerliPlus-App, das UrLand-Fest, das Weinfest, die neuen Hütten für den Weihnachtsmarkt oder die neuen Weihnachtsbeleuchtungen seien beispielhaft genannt. 

Das Wanderwegenetz in Oerlinghausen ist hervorragend ausgeschildert. Die Wanderwege wurden bereits 2018 anlässlich des Deutschen Wandertages konzeptionell überarbeitet und teilweise als Qualitätswanderwege zertifiziert. Gemeinsam mit den Wanderwegewarten, dem Lippischen Heimatbund, Lippe Marketing, den Hermannshöhen, dem Naturpark, dem Naturschutzgroßprojekt und weiteren Akteuren konnten wir die Wanderinfrastruktur Stück für Stück verbessern.

Im nächsten Schritt möchte ich Pauschalangebote für Oerlinghausen entwickeln. Hierzu benötigen wir mehr Übernachtungskapazitäten im Ort. Am Standort der ehemaligen Jugendherberge hat ein Investor bereits 19 neue Ferienwohnungen errichtet. Darüber hinaus ist es mein Ziel, weitere Übernachtungsangebote sowohl für den Low-Budget-Bereich als auch für gehobene Ansprüche zu initiieren.

Ein Meilenstein zur Stärkung des Tourismus ist das Naturschutzgroßprojekt, dessen Trägerschaft vor wenigen Wochen durch den Kreis Lippe vom Naturpark übernommen wurde. In guter Zusammenarbeit mit dem Kreis Lippe ist es gelungen, unser einzigartiges Archäologisches Freilichtmuseum und das Naturschutzgroßprojekt in das gemeinsame Projekt „UrLand“ zu überführen. Als Krönung des Projektes soll eine Klima-Erlebnis-Welt entstehen, die der Kreis Lippe als Regionale-2020-Projekt in unmittelbarer der Nähe zu Freibad und Innenstadt für Oerlinghausen entwickeln will. Darin liegen Ressourcen, die ich in den nächsten Jahren konsequent zur Stärkung der Tourismusbranche nutzen werde. 

Dazu gehört auch, das Angebot der Stadtführungen um thematische Angebote zu erweitern. Hierzu sollen neue Stadtführer gefunden und qualifiziert werden.

Das alles benötigt eine qualifizierte fachliche Begleitung. So haben wir neben den bereits vorhandenen engagierten Kräften in der Verwaltung eine Stärkung des Teams vorgenommen: Eine anerkannte und qualifizierte Fachkraft wird den Bereich Marketing und Tourismus ab Herbst 2020 stärken. 

Seit Jahrzehnten betreiben wir in Oerlinghausen durch unsere Stadtwerke eine fortschrittliche Energiepolitik. Durch den Einsatz und Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung, bei dem in einem gemeinsamen Prozess Wärme und Strom erzeugt werden, praktizieren wir eine effiziente und klimaschonende Erzeugungspolitik. Das Holzhackschnitzel-Heizkraftwerk, ein energiepolitisches Pilotprojekt in NRW, produziert Strom und Wärme aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz. Aufgabe in den nächsten fünf Jahren ist es, das derzeit bis 2025 geförderte Projekt in eine zukunftsfähige Folgelösung zu überführen. 

Über unsere Stadtwerke werden nach und nach Solaranlagen auf städtischen Gebäuden sowie auf großflächigen Privatgebäuden umgesetzt. Eine Strategie zum weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien soll bis 2022 folgen. 

Neben der Energieerzeugung steht der Energieverbrauch im Focus, wobei Energieeffizienz und Energiesparen wichtige Stellschrauben sind. Wir haben in den letzten Jahren die Schulen und die sonstigen städtischen Gebäude untersucht und effizienter gemacht. Das Projekt „Energiesparen an Schulen“ wurde erfolgreich mit den Schulen umgesetzt. Die Sanierung der Heinz-Sielmann-Schule und des Rathauses sollen folgen.

Für die Südstadt wurde das „Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept Klimaquartier Süd“ beschlossen, da insbesondere hier viele Wohneinheiten, die zum Großteil vor 40 bis 50 Jahren errichtet wurden, energetisch verbesserungswürdig sind. 

Darüber hinaus werden die unterschiedlichsten Handlungsfelder einer Energie- und Klimaschutzstrategie aufgearbeitet. Es geht um die Umsetzung von Best-Practice-Beispielen, Kampagnen, Aufklärungen, der gezielten Ansprache von Benutzergruppen und weitere Maßnahmen. 

Zum Arten- und Klimaschutz wird von Monokulturen Abstand genommen, in öffentlichen Grünanlagen entstehen Blühwiesen, insektenfreundliche Gehölze werden gepflanzt. 

Aktueller Planungsschwerpunkt ist die Verbesserung der Infrastruktur für den Radverkehr. Ein Konzept zur Stärkung des Radverkehrs und der Radverkehrsinfrastruktur mit konkreten Maßnahmen wurde beschlossen. Ziel ist es, den Radverkehr barrierefreier und zumindest gleichrangig mit dem übrigen Verkehr auszugestalten. Dies erfordert vor allem auch die gemeinsame Rücksichtnahme der aller Verkehrsteilnehmer. 

Zur Eindämmung des Individualverkehrs an den Schulen (Stichwort: Eltern-Taxis) möchte ich neben einer Stärkung der Radwegeinfrastruktur auch eine kostengünstige Nutzung des ÖPNV für alle Schülerinnen und Schüler erreichen. 

Demografischer Wandel & Ehrenamt

Mit dem Gesundheitszentrum wird in Oerlinghausen als erster lippischer Stadt ein Vorhaben des Kreises eröffnet, welches aufgrund seiner Auszeichnung als Regionale-Projekt auch über die Grenzen Lippes hinaus Beachtung findet. 

Im ehemaligen Ceweco-Gebäude wird der Kreis Lippe ab 2021 vielfältige Beratungs-, Informations- und Vermittlungsangebote rund um die Themen Gesundheit, Senioren und Soziales vorhalten.

Weiterhin ist es gelungen, eine neue Ärztin für Oerlinghausen zu gewinnen, die ihre neuen Praxisräume im Hause des Gesundheitszentrums bereits bezogen hat. Ein wichtiger Schritt zur Sicherung der medizinischen Versorgung.

Auch eine neue Tagespflegeeinrichtung wird realisiert. Dort finden künftig bis zu 15 Personen eine Tagesbetreuung, um so die Angehörigen zu entlasten und zu unterstützen. Eine neue Kita rundet das vielfältige Angebot unter einem Dach ab.

In der Kombination dieser Nutzungen erfährt auch der Weberpark eine Aufwertung. Der Park selbst bleibt öffentlich zugänglich und wird seinen ursprünglichen Parkcharakter zurückerhalten – damit wird ein wunderbares Ensemble im Herzen der Stadt erhalten.

Noch vor Eröffnung des Gesundheitszentrums haben wir mit der Agenda-Gruppe, der AWO und dem DRK in Oerlinghausen den Beitritt zum Senioreninformationsdienst des Kreises Lippe – Sinfol – vollzogen. Mit vielfältigen Beratungsangeboten sowie der Vermittlung von Angeboten zur Seniorenarbeit soll die Lebensqualität erhalten und die Sicherheit in der häuslichen Umgebung wiederhergestellt werden. 

Für Lipperreihe haben wir Planungen vorbereitet und einen Investor gefunden, um Seniorenwohnungen und Servicewohnungen, also Wohnungen mit Betreuung, zu errichten. Die Kombination mit einem öffentlichen Café und die Nachbarschaft zum neuen Stadtteiltreff sollte ein generationenübergreifendes Miteinander fördern.

Dieses Projekt liegt mir besonders am Herzen.

Wie der Name es schon sagt, engagieren sich Bürgerinnen und Bürger freiwillig zum Schutz der Bevölkerung in der Freiwilligen Feuerwehr. Die Würdigung dieses Ehrenamtes zum Wohle der Allgemeinheit kommt mir in der öffentlichen Wahrnehmung oftmals zu kurz. Daher meinen herzlichen Dank an alle, die die Einsatzfähigkeit der Oerlinghauser Feuerwehr sicherstellen. 

Die Verantwortung der Stadt besteht darin, den Einsatzkräften eine gute Ausstattung zur Verfügung zu stellen. Deshalb haben wir in den letzten Jahren die Bedarfe der Feuerwehr in einem Brandschutzbedarfsplan festgelegt. Alleine für eine moderne Fahrzeugflotte haben wir zuletzt mehr als eine Million Euro zur Verfügung gestellt. 

Zur Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehr brauchen wir aber auch die Unterstützung der Unternehmen vor Ort, die bereit sind, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr freizustellen.

Die Angebotsvielfalt in allen gesellschaftlichen Bereichen, schafft eine besondere Lebensqualität in unserer Stadt. Möglich wird diese Vielfalt, durch das ehrenamtliche Engagement unzähliger Bürgerinnen und Bürger.

Ob im sozial/karitativen Bereich, den Sportvereinen, den Kirchen, der Agenda-Gruppe, in Kunst- Kultur- und Musikvereinen, bei unzähligen Kinder- und Jugendangeboten, in diversen Fördervereinen oder Interessensgemeinschaften, den Verkehrs- und Verschönerungsvereinen, dem Marketingverein, Naturschutzvereinen, dem Heimatbund, der Schützengesellschaft oder in vielen Initiativen, wie zuletzt den „Südstadtgärten“, der Müll-Sammelaktion oder der „Corona-Hilfe“…

Daher werde ich das Ehrenamt auch in Zukunft nach Kräften unterstützen.